Unsere Geschichte

 

Ich bin Jason von Juterczenka, Autist, Wochenendrebell und der Mensch, wegen dem Papsi irgendwann versprochen hat, mit mir so lange durch die Stadien zu reisen, bis wir einen Lieblingsverein finden.

Aus dieser scheinbar absurden Suche ist in den letzten zehn Jahren etwas Größeres geworden und wer mich kennt weiß: Ich bin noch nicht am Ziel.

Warum es diesen Shop gibt

Willkommen im Wochenendrebellen‑Shop, dem vermutlich einzigen Ort im bekannten Universum, an dem man Bücher kaufen kann, die einerseits vom Chaos unseres Alltags erzählen und andererseits versuchen, dieses Chaos halbwegs ernst zu nehmen – inklusive der Frage, was wir diesem Planeten eigentlich antun.

Wenn ihr hier ein Buch kauft, bekommt ihr kein Produkt, sondern ein kleines Stück unseres Plans, diese Welt wenigstens ein bisschen weniger kaputt zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben – was angesichts des aktuellen Zustands schon ambitioniert genug ist.

Warum wir unsere Bücher selbst verkaufen


Es gibt Dinge, die kann man relativ bedenkenlos aus der Hand geben.
Und es gibt Dinge, bei denen man zumindest sehr gründlich darüber nachdenken sollte, ob und wie man sie aus der Hand gibt – zum Beispiel Bücher über Autismus, Klimakrise und Gerechtigkeit einfach in Strukturen zu kippen, die an vielen Stellen genau zu den Problemen beitragen, über die im Buch gesprochen wird.

Unser Prinzip ist dabei relativ simpel: Wenn es eine ökologische Alternative gibt, wählen wir die ökologische Alternative.

In den Fällen, in denen es sie (noch) nicht gibt oder sie realistisch nicht nutzbar ist, reden wir zumindest ehrlich darüber, statt so zu tun, als sei alles perfekt.

„Wir Wochenendrebellen“ ist als Hardcover erschienen im Benevento Verlag, das Taschenbuch bei Goldmann, alles fein. Das war Papsis alleinige Entscheidung.


Bei „Traumschiff Erde“ und auch bei "Chaos auf Augenhöhe" wurde es komplizierter: Wenn ich in meinem eigenen Buch erkläre, warum wir uns keine weitere Entgleisung beim CO₂‑Ausstoß leisten können, fange ich mit den Konsequenzen nicht gern bei den anderen an, sondern zuerst bei mir. 
Es hätte sich absurd falsch angefühlt, diese Bücher im billigst möglichen Standarddruck zu produzieren und dann einfach irgendeine Kompensationszahlung oben draufzukleben, so als ließe sich ein ökologisch verfehlter Produktionsweg durch ein paar Zertifikate nachträglich in etwas Gutes umetikettieren. Und selbst wenn mir ein Verlag eine ökologische Option anbot, so wusste ich ja nicht ob es nicht vielleicht auch möglich ist noch verantwortungsvoller zu agieren.

Ich wollte von Anfang an die bestmögliche ökologische Lösung suchen beginnend bei der Papierauswahl, über den gesamten Produktionsprozess bis hin zu den Farben und der Art, wie die Bücher am Ende verpackt und verschickt werden.

Deshalb verkaufen wir diese Bücher hier selbst:

Weil wir dann bestimmen, wie sie gedruckt werden.

Weil wir entscheiden, womit sie verpackt werden.

Und weil wir sie euch auf Wunsch signieren und widmen können.

Ökologie ist für uns kein Bonus, sondern Voraussetzung


Stellt euch vor, jemand schreibt ein Buch über die Klimakrise, erklärt, warum es auf einem bewohnbaren Planeten keine gute Idee ist, immer mehr zusätzliche Energie in der Atmosphäre festzuhalten und druckt das Ganze dann im dreckigsten Verfahren, das der Markt hergibt.

Das wäre ungefähr so logisch, wie einen Erste‑Hilfe‑Kurs mit „Bitte möglichst viel Blutverlust erzeugen“ zu beginnen.

Also haben wir eine Druckerei gesucht, die nicht nur behauptet, „grün“ zu sein, weil irgendwo ein Baum auf der Website abgebildet ist, sondern bei der ökologische Produktion wirklich zum Konzept gehört.

Gefunden haben wir die Druckerei Lokay in Reinheim und in diesem Video habe ich mir die Druckerei mal genauer angeschaut.

Was das praktisch heißt:

Druck auf umweltfreundlichen, zertifizierten Papieren.

Druckfarben auf Pflanzenölbasis, kein Propan‑2‑ol im Prozess, also keine unnötigen Lösungsmittel, nur damit Maschinen es ein bisschen bequemer haben.

Produktion ohne Plastik vom Druck bis zur Verpackung.

Orientierung an Prinzipien wie Cradle‑to‑Cradle: Materialien werden so gewählt, dass sie möglichst gut wieder in Kreisläufe zurückgeführt werden können, statt einfach als Müll zu enden.

Eine der wenigen Druckereien mit EMAS‑III‑Zertifizierung, ein ziemlich strenger Umweltmanagement‑Standard, den nur sehr wenige Druckereien erfüllen.

Für „Chaos auf Augenhöhe“ und „Traumschiff Erde“ bedeutet das: Wenn ihr sie in der Hand haltet, haltet ihr ein physisches Objekt, bei dem an möglichst vielen Stellen tatsächlich Emissionen und Schadstoffe vermieden wurden.

Perfekt ist das nicht – aber der ökologische Fußabdruck ist spürbar kleiner, als er mit einer Standardproduktion wäre.

Versand: Kein Plastik, trotzdem ankommen
Der Versand ist eine eigene Disziplin in angewandter Heuchelvermeidung.

Es bringt wenig, ein Buch ökologisch drucken zu lassen und es dann in mehreren Schichten Plastik zu verpacken, nur damit niemand merkt, wie viel Müll dabei entsteht.

Deshalb:

Kein Einschweißen in Plastikfolie.

Kartonverpackungen, so ressourcenschonend wie möglich.

Versand über die klimafreundlichste Option bei denen Restemissionen kompensiert werden.

Ja, jedes Paket verursacht CO₂.
Nein, es lässt sich nicht komplett vermeiden, solange wir materielle Objekte durch den Raum bewegen.
Aber es macht einen Unterschied, ob man die Schäden minimiert und transparent macht oder so tut, als gäbe es sie nicht.

Spenden: Plan, Realität und 5‑Euro‑Konstante


Ursprünglich stand hier sinngemäß: Ein Drittel des Shop‑Gewinns geht jedes Jahr an die well:fair Neven Subotic Stiftung.

Das klingt schön, ist leicht zu kommunizieren – und scheitert an der Realität eines kleinen Shops, der gleichzeitig eigene Bücher drucken lässt und selbst vertreibt, Werbung falsch kalkuliert, Verpackungskosten unterschätzt und den ganzen Bürokratiekram mit der GbR nicht einfach in einem Dreisatz vom restlichen Leben abtrennen kann.

Was wir stattdessen bereits getan haben und eine Aussicht auf das was folgt.

Für jedes verkaufte Exemplar von „Chaos auf Augenhöhe“ haben wir 5 € an die well:fair Neven Subotic Stiftung gespendet.

Diese 5 € fließen zu 100% in Projekte für sauberes Wasser, sanitäre Versorgung und Bildung in Kenia, Tansania und Äthiopien.

Den Spendenstand unserer Aktionen könnt ihr hier einsehen.

Widmungen & Signatur 


Ein Vorteil daran, die Bücher selbst zu vertreiben, ist trivial und gleichzeitig ziemlich wichtig: Wir sehen jedes einzelne Exemplar, bevor es bei euch im Briefkasten landet.

Das erlaubt uns, etwas zu tun, was größere Strukturen nur schwer hinbekommen:

„Wir Wochenendrebellen“ (Teil 1) können wir euch signiert und mit persönlicher Widmung schicken, wenn ihr das wollt.

Auch Chaos auf Augenhöhe und „Traumschiff Erde“ können wir für euch unterschreiben, mit oder ohne zusätzlichen physikalischen Exkurs am Rand.

Es ist eine Kleinigkeit, aber sie erinnert uns daran, dass hinter jeder Bestellung ein Mensch steht, der irgendwo in diesem seltsam chaotischen System versucht, sich zurechtzufinden.

Unser Versprechen 

Wir versprechen:

dass wir Bücher so produzieren und verschicken, dass sie inhaltlich und materiell im Einklang mit dem stehen, was darin steht; dass wir Fehler transparent machen, statt sie hinter hübschen Labeln zu verstecken

Ich habe wenig Verständnis dafür, sich in den Sessel der eigenen Ohnmacht zu setzen und das Ganze wie eine schlecht geschriebene Serie zu betrachten, bei der man nur wartet, wie schlimm die nächste Staffel wird. 


Die Wahrheit ist unangenehm einfach: Nichts wird besser, weil wir hoffen, dass es besser wird.

Es wird nur dann weniger katastrophal, wenn wir uns entscheiden, nicht nur Zuschauerinnen zu sein, sondern an den Stellen zu handeln, an denen wir Handlungsspielraum oder Entscheidungsgewalt haben, bei der Wahl des Papiers, bei der Entscheidung, wo unser Geld hingeht, bei der Frage, wann wir widersprechen und wann wir wegsehen. Das könnten wir alle gemeinsam tun. Täglich in mehreren Lebenssituationen.

Ich habe keine Lust, die nächsten Jahrzehnte damit zu verbringen, zuzuschauen, wie alles vorhersagbar den Bach runtergeht.

Wenn du das hier lest, hast du vermutlich auch mehr vor, als nur zuzuschauen.

Schön. Willkommen bei den Wochenendrebellen.